Presseartikel
Fahrradtaxi-Freiburg
06.05.2005
Badische Zeitung, Ausgabe Bad Krozingen

Petrus verwandelt Gutedel in Schorle
Den Markgräfler Weingütern und Winzergenossenschaften machte das Wetter am Himmelfahrtstag einen Strich durch die Rechnung

STAUFEN. So hatte sich der Verein ’Markgräfler Wein’ den gestrigen Gutedel-Tag auf dem Markgräfler Abschnitt der Badischen Weinstraße nicht vorgestellt: Regen und überwiegend wolkiger Himmel vermiesten die Genusstour.

So war es denn auch kein Wunder, dass auf der für den motorisierten Verkehr vollständig gesperrten Landesstraße 125 zwischen Staufen und Müllheim reichlich Platz war für Fußgänger, Radfahrer, Walker und Jogger. Skater, die in den vergangenen Jahren hier geradezu eine Paradestrecke vorfanden, sah man am gestrigen ’Vatertag’ so gut wie keine. Wer schon zu Beginn der Veranstaltung in der Staufener Altstadt zur ’größten Gutedelprobe der Welt’ angetreten war, bekam er st einmal eine nasse Dusche von Petrus. Einige Besucher warteten zunächst noch geduldig auf Wetterbesserung, ehe sie sich in Richtung Müllheim auf den Weg machten. Am Ausschank der WG Ehrenstetten labten sich Touristen aus dem pfälzischen Landau an einem Glas ’Donnerwetter’.

Beim Kapuzinerhof nahmen einige ’Jungväter’ aus Grenzach-Wyhlen einen Morgentrunk am Stand des Weingutes Zotz aus Heitersheim. Allerdings bevorzugten die munteren Gesellen, die schon das vierte Mal zum Gutedel-Tag ins Markgräflerland gekommen waren, lieber einen Schluck Spätburgunder. Da hatte der Weinbrunnen vor der WG Staufen am anderen Ende der Altstadt noch die Schotten dicht.
Erst als der Regen nachgelassen hatte, entwickelte sich die ’Badische Weinstraße’ zeitweise zu ’Badens größter Fußgängerzone’. Ganze Familien waren da unterwegs, und auch die Hunde hatten zuhauf ’Ausgang’ am Gutedel-Tag. Das Sporthaus Haaf schickte in Staufen eine Nordic-Walking-Gruppe samt Velo-Taxi gen Süden. Derweil trafen sich zwei Vorstandsmitglieder der ’Markgräfler Weinbruderschaft’ an der Abzweigung Wettelbrunn mit der ehemaligen Weinprinzessin Alexandra Neymeyer zu einer Weinprobe. Doch hier wie anderswo noch immer keine Spur vom ’Badischen Sonnenmännchen’. Petrus verwandelte unverdrossen den Gutedel in Schorle. Nasse Bänke und Tische blieben lange Zeit unbesetzt, dafür rückte man lieber unterm schützenden Dach direkt am Weinbrunnen näher zusammen. Siehe da: Gerhard Rüdlin, Vizepräsident des Badischen Weinbauverbandes und ’Erfinder’ des Gutedel-Tages, hat sich inkognito auf den Fahrradsattel geschwungen und kämpft sich in Rudi-Altig-Manier in Richtung Ballrechten-Dottingen vor, um den dortigen Winzern noch kurz ’Hallo’ zu sagen. Die wenigsten Weinfreunde muten sich die ganzen 16 Kilometer zu, die Staufen von Müllheim trennen. Das ’Festzentrum’ war ohnehin in Laufen auszumachen. Vor der dortigen Winzergenossenschaft gab es zur Verschnauffpause obendrein flotte Live-Musik.
Von unserem Redakteur Markus Donner