Presseartikel
Fahrradtaxi-Freiburg
25.03.2004
Südkurier, Ausgabe Konstanz

Wie wichtig sind die Schweizer Kunden?
Einzelhändler verblüfft über Umfrage zum regionalen Einkaufsverhalten

Überrascht zeigten sich die Mitglieder des Treffpunkts Konstanz, der Interessengemeinschaft der Einzelhändler, über eine Schweizer Studie zum Einkaufsverhalten im Nachbarland. Möglicherweise werde der Anteil der Schweizer Kundschaft überschätzt. Andreas Heinkel vom SÜDKURIER Medienhaus hat die aktuelle Publicitas-Veröffentlichung vorgestellt.

Konstanz (mek) Insgesamt waren über 11000 Personen in der Schweiz befragt worden, ob sie Produkte des täglichen Bedarfs, dazu gehören Lebensmittel, Kosmetik oder Haustierbedarf, auch im Ausland einkaufen. Außerdem war bei den Befragten ihr Einkaufsverhalten bei Produkten des periodischen Bedarfs erhoben worden, darunter fallen beispielsweise Kleidung, Schuhe, Schmuck aber auch Werkzeuge oder Elektrogeräte.Vor allem Einwohner des östlichen Thurgaus und aus Schaffhausen nutzen laut Studie die Einkaufsmöglichkeiten jenseits der Grenze. Aus dem westlichen Thurgau, Winterthur, den Bereichen Zürich und St. Gallen lassen die Pendlerströme bereits nach. Insgesamt kaufen aus dem Thurgau 46000 Personen einen Teil ihres täglichen Bedarfs jenseits der Grenze, beim periodischen Bedarf liegt die Zahl etwas tiefer. Im Vergleich dazu hat eine SÜDKURIER-Umfrage ergeben, dass aus dem Bereich Radolfzell, Stockach, Singen, Engen und Bodenseekreis 110000 Personen nach Konstanz zum Einkaufen kommen. Möglicherweise werde der Anteil Schweizer Kundschaft überschätzt. Andreas Heinkel wies darauf hin, man solle bei der Werbung die Kunden aus dem deutschen Hinterland keinesfalls außer Acht lassen. Er schlug vor, die nächste Publicitas-Studie zu unterstützen und genauer abzufragen, in welchen Städten die Schweizer Kundinnen und Kunden einkaufen und wie viel sie dabei ausgeben. Die Händler selbst äußerten teilweise Verwunderung, da sie selbst von mehr Umsatz mit Schweizer Kunden ausgehen.Matthias Reinbold aus Freiburg stellte die Firma Velotaxi vor, die plant, ihre Dreiräder auch in Konstanz einzuführen. Sie können als Innenstadttaxi, als Pendelverkehr zum Parkhaus oder auch für Stadtrundfahrten genutzt werden. Die Freiburger Firma will in Konstanz drei bis fünf Fahrradtaxis betreiben, der Start hängt vom Eingang der Werbung ab, da die Dreiräder sich hauptsächlich damit finanzieren.Ein Thema, das die Einzelhändler seit Anfang des Monats beschäftigt, sind die verschärften Grenzkontrollen. Inzwischen gibt es eine Zusage des Bundesgrenzschutzes, dass die Wartezeiten maximal zehn bis 15 Minuten betragen sollen, berichtete Utz Geiselhardt vom Einzelhandelsverband. ’Es läuft schon deutlich besser’, sagte er. Nun müsse man diese Botschaft auch noch in die Schweiz vermitteln, doch er habe die Hoffnung, dass sich die Situation bald wieder einpendle.Auch der verkaufsoffene Sonntag wurde thematisiert. Am heutigen Donnerstag wird der Gemeinderat darüber entscheiden, ob am 16. Mai die Geschäfte geöffnet sein dürfen. Den Wunschtermin der Einzelhändler am 4. April hatte das Gremium abgelehnt. Nach den Vorstellungen der Konstanzer Händler sollten pro Jahr zwei verkaufsoffene Sonntage angeboten werden, einer im Herbst zum Suserfest und einer zur Eröffnung der Bodenseeflotte eine Woche vor Ostern. Vor allem sei aber eine Einigung mit den Städten in der Nachbarschaft wichtig. Wenn Singen nur einen Sonntag anbiete, würden die Konstanzer Händler auch nur einen Sonntag öffnen. Entsprechende Absprachen hatte der Städtetag vorgeschlagen.